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Sonnenschein zur Finissage

Sonnenschein zur Finissage
Zur Finissage der Jubiläumsausstellung des KunstHaus Erkrath führte die Theatergruppe KuTiNea e.V. das Stück „Der Heiratsschwindler. FOTO: RG
Hochdahl. Zur Finissage der Jubiläumsausstellung präsentierte die Theatergruppe KuTiNea das Stück "Der Heiratsschwindler".

(RG) In diesem Jahr sind der Förderverein Kunst und Kulturraum Erkrath und das KunstHaus Erkrath fünf Jahre alt geworden. Vom 9. bis zum 25. März präsentierten die Mitglieder ihre Werke in einer Jubiläumsausstellung.
Bereits am 18. März las Roswitha Müller-Krüger in der Ausstellung aus ihren Werken. Zur Finissage gab es am letzten Sonntag noch einmal ein besonderes Highlight. KuTiNea führte das Stück "Der Heiratsschwindler" auf, in dem heiter die Gerichtsbarkeit vergangener Zeiten dargestellt wurde. "Ich habe die Sonne für heute vorbestellt", erklärt Wolfgang Sendermann. Das Stück war zur Aufführung unter der alten Linde im Hof geplant und hätte bei Regen nach innen ausweichen müssen. Sendermann hatte gut daran getan, die Sonne vorzubestellen, denn unter der Linde hat die Aufführung einen besonderen Charme versprüht.

An der Linde hängt aufgeknüpft ein Skelett. Ein Stück weiter vorn wartet der Richter des Dorfes mit seinem Gehilfen auf Kläger und Beklagte und philosophiert über das angenehme Leben eines Dorfrichters. Regelmäßige Bezahlung und wenig Arbeit. Der letzte Fall liegt bereits zwei Jahre zurück und hängt hinter den beiden am Baum. "Er hat seine Steuern nicht bezahlt und hat dreist behauptet wir hätten nur den Beleg verbummelt", erinnert sich Richters Gehilfe, der ganz nebenbei plötzlich besagten Beleg wiederfindet, woraufhin der Richter den Angeklagten nachträglich frei spricht.
Dann treffen zwei Dorfbewohnerinnen mit einem jungen Mann ein. Beide behaupten der junge Mann sei ihr Verlobter. Abwechselnd übertönen sich die Weibsbilder in ihren Schilderungen, warum der junge Mann ihr Verlobter sei. Die beiden wohnen nebeneinander und der Jüngling habe seine Liebesschwüre unter ihrem Fenster gesungen. "Wer hier mit wem verlobt ist, entscheide immer noch ich", poltert der Richter und verhängt Tagessätze, die seine Gerichtskasse füllen sollen. Endlich kommt auch der Jüngling zu Wort, der beteuert er habe nur geübt und das Lied würde einer ganz anderen Frau gelten, von der er nicht weiß, wo sie ist. Der Richter hält ihn für einen Heiratsschwindler und will schon sein Urteil sprechen, als seine Tochter mit dem Besen anrückt, um den "Gerichtssaal" zu säubern. Schließlich erkennt der Jüngling seine Angebetete und zieht vor des Richters Augen mit ihr von dannen.

Die erste Aufführung des kurzweiligen Stücks, das die 40 bis 50 Zuschauer etwa 15 Minuten schmunzeln ließ, lief um 16 Uhr und brachte den Darstellern großen Applaus. Eine zweite Aufführung erfreute das Publikum um 17 Uhr. Die Jubiläumsausstellung mit der Lesung von Roswitha Müller-Krüger und dem Theaterbeitrag von KuTiNea waren ein großer Erfolg für das KunstHaus Erkrath. Am 7. April öffnen sich die Türen des KunstHaus um 19 Uhr zur Vernissage von Karl-Heinz Essling und Monika Flegelskamp-Lach mit ihrer Ausstellung "FoMa18". Besucher sind herzlich willkommen. Die Ausstellung läuft bis einschließlich 22. April. Kommentar: KuTiNea sucht immer noch nach einem passenden Raum für Theaterproben, bei denen auch einmal der Aufbau eines Bühnenbilds möglich ist. Wer ein Herz für gelungene Theateraufführungen hat und einen geeigneten Raum weiß, kann sich gern per Email an vorstand@kutinea.de wenden.