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Schüler gründen Genossenschaft

Schüler gründen Genossenschaft
Derzeit verkaufen Hannah und David (vorne) noch ausschließlich Schokolade, bald wird es auch belegte Brötchen geben. Unterstützung bekommen sie dabei von Schulleiter Christof Krügermann, dem Vorstandsmitglied der VR Bank Bernhard Schwarz, der stellvertretenden Schulleiterin Ricarda Thöne und dem Regionalmarktleiter der VR Bank Alexander Rusche (hinten v.l.). FOTO: tb
Hochdahl. Hannah (14) und David (15) haben gemeinsam mit weiteren Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hochdahl eine großartige Idee entwickelt. In der Pause verkaufen sie fair und nachhaltig produzierte Lebensmittel.

(tb) Um diese Geschäftsidee noch weiter auszubauen und einen rechtlichen Rahmen für das Konzept zu schaffen, sind die engagierten Schüler derzeit dabei, eine eigene Schülergenossenschaft mit dem treffenden Namen "Unifairsell eSG" zu gründen.

Mit Unterstützung der Volks- und Raiffeisenbank (VR Bank) – die kurzerhand ihre Zusage als Partnergenossenschaft bestätigt hat- ist es den Jugendlichen gelungen, eine Satzung, sowie einen ausgearbeiteten Kosten- und Businessplan zu erstellen. "Auf die Idee zu dem Verkauf der Produkte sind wir während einer Projektwoche zum Thema Nachhaltigkeit gekommen", berichtet Hannah, die auch ihre Mutter bereits mit dem Gedanken der Genossenschaftsgründung angesteckt hat. "Mit ihrer Hilfe haben wir es geschafft, unsere Ein- und Ausgaben in einer Liste zu bündeln. Das erleichtert das Arbeiten." Was anfänglich in der Schülergemeinschaft schleppend angenommen wurde, hat sich mittlerweile zu einer echten Pauseninstanz entwickelt. Besonders Schokolade ist bei den Kindern und Jugendlichen beliebt und heiß begehrt. "In der Winterzeit haben wir auch gebrannte Mandeln und Plätzchen verkauft", berichtet David, der das Sortiment auch zukünftig erweitern möchte. So werden demnächst belegte Brötchen zur Verfügung stehen. "Wir haben in diesem Zusammenhang die Bio-Bäckerei Schüren als Lieferant gewinnen können."

Derzeit kaufen die Schüler bei dem größten Importeur für fair und nachhaltig produzierte Lebensmittel, der GEPA in Wuppertal, ein. "Wir sind noch dabei, uns zu organisieren und einen geregelten Bestellrhythmus zu entwickeln, damit uns die Produkte nicht ausgehen", lacht Hannah.

Unterstützung gab es auch aus den Reihen der Lehrerschaft. "Das Kollegium trinkt bereits den Kaffee der GEPA und wir sind sehr optimistisch, dass das Konzept der Schüler aufgehen wird. Wir haben keinen eigenen Schulkiosk und der Verkauf der Gruppe wird gut angenommen", freut sich Christof Krügermann. Als weiteren, positiven Aspekt sieht der Schulleiter die Nähe zur praktizierten Wirtschaft. "Die Gruppe lernt alles, was man zum Leben braucht und bekommt die Wirtschaftslehrer praktisch und aus erster Hand vermittelt." Gerne möchten Hannah und David noch weitere Mitschüler ermutigen, sich ihrer Idee anzuschließen. "Derzeit sind wir sechs aktive Mitglieder. Um alle Aufgaben zu verteilen, damit nicht eine Person mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen muss, wäre es schön ein Team von rund 20 Personen zu sein. Wir gestalten derzeit eine Präsentation und möchten in den fünften bis neunten Klassen für Nachwuchs werben, damit die Idee nicht mit uns ausstirbt."

Um die Genossenschaft offiziell zu gründen und Mitglieder zu akquirieren, wird am 25. Februar um 18 Uhr in der Aula die Gründungsveranstaltung stattfinden. Für gerade einmal 15 Euro können Schüler, Lehrer, Eltern und weitere Interessierte einen Anteilsschein erwerben und somit stimmberechtigtes Genossenschaftsmitglied werden. "Unser Ziel sind 50 verkaufte Anteilsscheine, wir freuen uns aber natürlich auch über mehr", verraten die beiden Schüler. Mit den Einnahmen der Genossenschaft soll zudem ein mechanischer "Fairomat" im Schulgebäude aufgestellt werden. "Dieser läuft völlig ohne Strom und bietet den Schülern die Möglichkeit, auch außerhalb unserer Verkaufszeiten Produkte zu kaufen."