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Kinderdemo gegen Schnellfahrer

Kinderdemo gegen Schnellfahrer
Die Freundinnen Leonie, Eva und Veronika (v.l.) gehen mit selbst gebastelten Plakaten und Schildern gegen Verkehrssünder vor und wollen aus ihrer eigenen Straße endlich eine „echte“ Spielstraße machen. FOTO: tb
Hochdahl. Die Seitenstraße am Trillser Graben in Hochdahl gleicht einer Rennstrecke. Dieser Meinung sind zumindest zahlreiche Anwohner, die am vergangenen Montag durch eine Aktion auf ihre Spielstraße aufmerksam machen wollten. Mit selbstgebastelten Schildern und Plakaten gingen rund zehn Erwachsene und unzählige Kinder gegen Verkehrssünder vor.

(tb) Tatkräftige Unterstützung gab es von Seiten der Polizei. "Was viele Autofahrer nicht wissen: Schrittgeschwindigkeit auf einer Spielstraße bedeutet vier bis sieben km/h. Mehr nicht", verrät Polizeihauptkommissar Heiko Giegeling, der bereits in den ersten Minuten etliche Schnellfahrer auf ihr Vergehen hinwies. Karin van Noort wohnt seit Jahren am Trillser Graben und beobachtet die Raser täglich mit Bauchschmerzen. "Die Straße wird von zahlreichen Kindern genutzt. Selbst wenn man die Autofahrer auf ihre Geschwindigkeit anspricht, erntet man Spott und böse Blicke. Eine echte Unverschämtheit." Bereits vor 30 Jahren, als die eigenen Kinder noch klein waren, initiierte Karin van Noort eine solche Aktion. "Mittlerweile wohnen wieder zahlreiche junge Familien in dieser Straße und meine Enkelkinder kommen auch regelmäßig vorbei. Das ist einfach zu gefährlich."

Bürgermeister Christoph Schultz kennt das Problem aus anderen Nebenstraßen. Um sich die Situation vor Ort anzugucken, besuchte er persönlich die initiierte Geschwindigkeitsdemo. "Ich finde es gut, dass Anwohner auf dieses Problem aufmerksam machen", so Schultz. Durch kleine bauliche Veränderungen möchte dieser die Autofahrer vom Gaspedal abhalten. Zudem, so verspricht Schultz, könnte ein zweites Schild, welches auf die Verkehrsberuhigung hinweist, am Eingang der Straßenzufahrt angebracht werden. "Das Bewusstsein fehlt vielen Autofahrern. Daher ist es zusätzlich toll, dass auch die Polizei heute mit zwei Beamten vor Ort ist."

Leonie (11) und ihre Freundinnen Eva (10) und Veronika (11) haben ihre ganz eigenen Erfahrungen mit den Verkehrssündern machen müssen. "Als wir einen Autofahrer auf seine Geschwindigkeit angesprochen haben, hat dieser uns beschimpft und wollte sogar noch schneller fahren", erinnert sich die Schülerin. "Es wäre wirklich schön, wenn wir einfach ohne Angst auf der Straße Federball spielen könnten."

Nadia Clemen weiß, dass die eigene Straße gerne als nahgelegener Parkplatz für den Hochdahler Markt dient. "Es sind leider nicht nur die Anwohner, die unsere Straße nutzen. Dann wäre das Verkehrsaufkommen nicht so hoch", ist sich die Anwohnerin sicher. Für Nadia Clemen wäre es toll, wenn künftig Piktogramme oder Straßenschwellen initiiert werden könnten. "Ob sich das realisieren lässt, müssen wir allerdings erst noch prüfen", so Christoph Schultz.

Für die Anwohner heißt es in der Zwischenzeit weiterhin, Verkehrssünder anzusprechen und die Straße mit Vorsicht zu benutzen.