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Der Franziskus-Hospiz-Erweiterungsbau beginnt im Oktober

Hochdahl. Die Mitgliederversammlung des Franziskus-Hospiz e.V. Hochdahl (FHH) im Evangelischen Gemeindehaus Sandheide stand ganz im Zeichen der Baupläne für 2017/18. "Neues wagen, Gutes bewahren" war auch die Losung, die gleich zu Beginn Hospiz-Seelsorgerin Carola Engel sehr treffend ausgab.

Schließlich ist das FHH eine Bundesmodelleinrichtung und seit mehr als 20 Jahren sehr gut in der Gemeinde verankert. Außerdem genießt es auch überregional einen hervorragenden Ruf. Grund genug, sich für die Zukunft fit zu machen und Neues zu wagen! Die bloßen Zahlen belegen eine ständig wachsende Nachfrage: "2016 hatten wir eine Auslastung von 99,2 Prozent", betonte Hospizleiter Robert Bosch. Die Nachfrage übersteige bei weitem das Platzangebot. Von daher sei das Hospiz mit der geplanten Erweiterung um zwei Bewohnerzimmer auf zehn Zimmer künftig gut aufgestellt.

Doch Robert Bosch, Geschäftsführer Christoph Drolshagen und dem Hospiz-Verein geht es um deutlich mehr: Schließlich erhalte das Hospiz im Zuge der Erweiterung auch einen großen Mehrzweckraum für seine wachsenden (Weiter-)Bildungsaufgaben. Ferner berichtete Christoph Drolshagen nicht ohne Stolz, dass die SAPV-Mettmann als "Untermieter" einen Büroraum des Anbaus für die kommenden zehn Jahre beziehen werde.

Die Gesamtkosten des Bauvorhabens werden auf 966.000 Euro beziffert. Außerdem wird das Bestandsgebäude renoviert und durch ein neues Lichtkonzept verbessert. Nicht alles trägt die öffentliche Hand bzw. der Hospizverein. Weil sich die Hospizbewegung einem starken bürgerschaftlichen Engagement verdankt, wird das Franziskus-Hospiz ab Sommer gezielt Spenden sammeln für den Erweiterungsbau. Als Stichwort nannte Geschäftsführer Christoph Drolshagen das erprobte Konzept der "Spendenbausteine". Der Spatenstich für den Anbau soll in der zweiten Septemberhälfte erfolgen, einen Monat später rollen wohl die Bagger an. Fertig soll der ganze Umbau im Mai 2018 sein.

Der Hospiz-Verein blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück. Vereinsvorsitzender Andreas Feller zeigte exemplarisch ein paar Höhepunkte auf: Dazu gehören der Vortrag von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ("In welcher Gesellschaft wollen wir sterben?") im Rahmen der Hochdahler Hospiz-Gespräche genauso wie das Gemeinschaftskunstwerk "Lieblingsfarben sind Seelenfarben" von Hospiz-Kunst-Therapeutin Tina Kreil, den Hospiz-Bewohnern und -Mitarbeitern sowie der Wuppertaler Troxler-Schule für Menschen mit geistiger Behinderung. Nicht zuletzt: die fruchtbare Hospiz-Kooperation mit dem Gymnasium in Millrath. Hospizarbeit und hospizliche Bewegung sollen dort – dank der Pionierleistung von Hospiz-Vereinsvorstand Siegfried Thiel und Studienrat Carsten Raue - auch in Zukunft fester Bestandteil des Religionsunterrichts in der Oberstufe sein.

Besonders lobte Andreas Feller das große ehrenamtliche Engagement im Franziskus-Hospiz. Ob in der ambulanten oder in der stationären Begleitung Schwerstkranker, ob im Empfang, dem Fahrdienst oder in der Hospiz-Kulturkneipe: 2016 wurden von allen Ehrenamtlichen zusammen mehr als 11200 Stunden geleistet!