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Sie hat sie zum Fressen gern

Sie hat sie zum Fressen gern
Der Miniermotte Lieblingsbaum: Die Rosskastanie. Im Laub überwintern die Larven. FOTO: pxhere.com
Erkrath. Einer unserer Lieblingsbäume - die weiße Kastanie oder aus Rosskastanie genannt- ist von einem ziemlich gefräßigem kleinem Etwas befallen: Die Miniermotte sorgt seit Jahren dafür, dass der Herbst bereits im Sommer beginnt und die Blätter der Aesculus hippocastanum sich braun verfärben und abfallen.

(nic) Sie ist gerade mal fünf Millimeter groß, hellbraun mit schwarz gerandeten weißen Querstreifen. Die Larven des kleinen Falters haben großen Hunger und fressen im Inneren des Blattes, gut geschützt vor Feinden, so genannte Minen. Dabei kappen sie die Leitungsbahnen im Blatt und unterbrechen somit die Wasser- und Nährstoffzufuhr. Die Folge: Das Blatt stirbt ab und fällt zu Boden. Sie minieren drei Wochen lang, verpuppen sich und schlüpfen dann nach weiteren drei Wochen. "In Erkrath gibt es knapp 105 Rosskastanien", sagt André Berg, Landschaftsarchitekt und Sachgebietsleiter "Grün" bei der Stadt Erkrath.

"Etwa die Hälfte ist von der Miniermotte befallen." Die Weibchen der Cameraria ohridella legen bis zu 30 Eier auf die Blattoberflächen. Drei bis vier Generationen bringt so die Miniermotte pro Saison hervor. Die letzte Generation überwintert dann im Laub am Boden. "Deshalb ist es so wichtig, dieses Laub einzusammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen", so Berg. Und genau damit sind die Mitarbeiter der Fachabteilung der Stadt Erkrath zur Zeit beschäftigt. Die vielfach verbreitete Angst, dass nun das große Kastaniensterben begonnen hat, sieht André Berg nicht. "Die Miniermotte kann die Rosskastanien zwar schwächen, doch nicht so sehr, dass die Bäume daran eingehen würden."

Das Einsammeln des befallenen Laubs ist die effektivste Methode, um die Lage in den Griff zu bekommen und den Befall möglichst gering zu halten. Untersuchen haben ergeben, dass auf diese Weise der Befall im nächsten Frühjahr um zwei Drittel reduziert werden kann. Chemische Mittel wirken zwar, kommen aber für eine großflächige Behandlung im Stadtgebiet nicht in Frage. Alternativ könnte man noch einen Parasiten, die Erzwespe Pnigalio agraules zielgerichtet an den Bäumen aussetzen. Sie frisst die Larven. Meisen gelten ebenso als natürliche Feinde der Miniermotte. "Allerdings erwischen sie nur wenige Tiere und können so die Population nur in geringem Maße reduzieren." Entdeckt wurde die Miniermotte 1984 am Ohridsee in Mazedonien. Vermutlich durch den Reiseverkehr gelangte sie nach Mittel- und Westeuropa. In Erkrath wurde sie vor etwa zehn Jahren an den Kastanien entdeckt.

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