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Jung, politisch und sympathisch

Jung, politisch und sympathisch
Sarah Harden im Interview mit dem Lokal Anzeiger Erkrath. FOTO: privat
Erkrath. Sarah Harden war nicht nur jüngstes Ratsmitglied für die CDU in Erkrath, sondern hat auch für zwei Legislaturperioden die Geschicke der JU Erkrath als Vorsitzende federführend geleitet. In einem Sommerinterview berichtet die Kommunalpolitikerin, warum sie den Weg in die Politik eingeschlagen ist, was ihr daran Freude bereitet und warum sich gerade junge Menschen für Politik interessieren sollten.

Wie bist du damals zur Politik gekommen? Was war deine Intention?
Sarah Harden: Mit 17 habe ich mein Schülerpraktikum im Landtagsbüro von Dr. Wilhelm Droste gemacht. Die politischen Debatten und die Entscheidungsmacht haben mir sehr imponiert. Ich wollte im Anschluss an das Praktikum die Politik in Erkrath kennenlernen, zu der ich bis dahin keinerlei Kontakt hatte. Dann habe ich mich in Erkrath bei den jugendpolitischen Organisationen umgeschaut und die Junge Union kennengelernt. Die Truppe hat mich auf Anhieb sehr freundlich aufgenommen und mir schnell die Möglichkeit gegeben, im JU Kreisvorstand mitzuarbeiten. Dort habe ich auf mehreren Fahrten nach Berlin und Brüssel schnell gemerkt, wie spannend es ist, den eigenen Abgeordneten so nah sein zu können. Mein Engagement ist über die Zeit immer intensiver geworden, so dass ich kurz vor der Kommunalwahl 2014 als jüngste Kandidatin der CDU die Chance bekam, die JU Erkrath zu übernehmen.

Warum hast du dich für die JU Erkrath entschieden?
Die JU Erkrath war damals die einzige Jugendorganisation in Erkrath. Sie kämpfte für das dreigliedrige Schulsystem und das Bestehen der existierenden Schulen. Auch Themen wie der WLAN-Ausbau in den Innenstädten und an den Bahnhöfen treiben die JU seit vielen Jahren um. Die JU steht außerdem für eine vorwärts gerichtete Stadtentwicklung, wir brauchen Neubaugebiete für junge Familien. Wir sind froh, dass es in Alt-Erkrath Nord und am Wimmersberg endlich vorangeht.
Als jugendpolitische Vereinigung der CDU versteht sich die JU als Sprachrohr der Jugend. Neben der klassischen inhaltlichen und parteipolitischen Gremienarbeit in Vorstand oder Fraktion gibt es bei der JU sehr viele bildungspolitische Angebote und auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Statt ideologischer Verbotspolitik wird bei uns auf Grundlage des christlichen Menschenbildes und anhand der sozialen Marktwirtschaft liberale, christlich-konservative und fortschrittliche Politik gemacht. 

Warum ist es für dich wichtig, dass sich bereits junge Menschen für Politik interessieren?
Politik betrifft alle Menschen. Der Querschnitt der Gesellschaft ist weder in unserem Stadtrat, noch in höheren Gremien repräsentiert. Deshalb sollten sich gerade junge Menschen für Politik interessieren und ihre Positionen auch aktiv in die Politik einbringen. Dazu gibt es jugendpolitische Vereinigungen der Parteien, um das zusammen mit gleichaltrigen zu tun. Wir, die junge Generation, müssen aktiv für unsere Anliegen und eine generationengerechte Politik wie beispielsweise beim Thema Rente kämpfen. Dafür bekommt man als junger Mensch aber auch viel von der Politik zurück: man lernt Rhetorik, sich zu präsentieren und kann je nach Interessensgebiet auch viel für Schule oder Ausbildung mitnehmen. Fachlich kann ich wunderbar die Stadtentwicklungspolitik in Erkrath mit meinen Studieninhalten verbinden und auch in der Uni viel aus der kommunalpolitischen Praxis berichten. 

Welche Erfolge konntest du als Vorsitzende der JU in deinen beiden Amtszeiten erzielen?
Wir haben in den letzten Jahren sehr viele junge Neumitglieder gewonnen, so dass wieder eine größere Anzahl der über 80 Mitglieder dauerhaft aktiv ist. Erfolgreich war definitiv die personelle Situation der JU: Bürgermeister Christoph Schultz und Landtagsabgeordneter Dr. Christian Untrieser waren bei ihrer Wahl beide noch JU Mitglied und konnten alleine schon deshalb im Wahlkampf auf "ihre" JU zählen. Wir haben ein verbessertes Verhältnis zur CDU erreicht und viele JU'ler bringen sich schon früh aktiv in die Partei ein, so dass dort auch für Nachwuchs gesorgt ist. Bei mehreren Jugendvertretertreffen hat die JU Ehrenamtliche aus Schülervertretungen, Vereinen und Kirchen eingeladen, zusammen mit unserem Bürgermeister über junge Politik in Erkrath zu sprechen. Die Ergebnisse daraus sind unter anderem mit in die Erkrather Erklärung eingeflossen. Dieses Grundsatzpapier der JU Erkrath setzt einen Rahmen für die inhaltliche Arbeit in den nächsten Jahren.

Wie sieht deine politische Zukunft aus?
Ich möchte weiterhin ehrenamtlich Kommunalpolitik in Erkrath machen und mich für die Belange der Menschen vor Ort einsetzen. Der Jungen Union bleibe ich weiterhin treu: der Landesvorstand der JU NRW hat mich für den Bundesvorstand der Jungen Union vorgeschlagen.

Wie sieht dein Alltag aus, wenn du dich nicht gerade politisch engagierst?
Ich studiere im fünften Jahr Geographie und schreibe zurzeit meine Masterarbeit im Bereich Stadtentwicklung (über Projektentwicklung auf Brachflächen). Mein größtes Hobby ist die Politik. Ansonsten koche ich gerne, reise oder gehe im Wald joggen.