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Im Dialog mit Christoph Schultz

Im Dialog mit Christoph Schultz
Rund 30 Teilnehmer sind der Einladung zum Dialog mit Bürgermeister Christoph Schultz im Hochdahler Bürgerhaus gefolgt. FOTO: tb
Erkrath. Seit Amtsantritt ist Bürgermeister Christoph Schultz um den Austausch mit den Bürgern bemüht. Einmal im Jahr initiiert dieser in allen drei Stadtteilen Gesprächsabende, um über aktuelle Projekte der Verwaltung zu berichten und sich zeitgleich Anregungen, Fragen und Beschwerden der Bürgerschaft zu stellen.

(tb) So auch am gestrigen Dienstag. Was in den letzten beiden Jahren noch als Stadtteilkonferenz betitelt wurde, hat sich namentlich in neues Gewand gehüllt. So lud Schultz die Bürger zum "Dialog" ein. Bei der ersten Veranstaltung im Bürgerhaus Hochdahl folgten rund 30 Teilnehmer der Einladung. "Ich hätte mir mehr Beteiligung gewünscht", gibt Schultz zu Beginn an. Seinem rund 30 minütiger Bericht wurde jedoch auch von den wenigen Anwesenden interessiert gefolgt.

Warum sich die Verwaltung für die nachfolgend genannten Maßnahmen einsetzt, begründet Schultz in dem Wunsch, für die Erkrather eine erhöhte Lebensqualität zu schaffen. "Der Nahverkehr soll gesichert sein, wir wollen ein barrierefreies Umfeld entwickeln und bunte Kultur- sowie Freizeitprogramme bereithalten", so Schultz. Mit der Eröffnung des Jugendcafés in Hochdahl wurde für rund 1,2 Million Euro diese Angebotsvielfalt erweitert. Um noch mehr Jugendliche für den Treff zu gewinnen, wird eine Kooperation mit dem Hochdahler Schulzentrum angestrebt und über erweiterte Öffnungszeiten- auch samstags- nachgedacht.

Das Thema "Soziale Stadt" hat mit der Initiierung eines Quartiermanagements ebenfalls Fahrt aufgenommen. Ab sofort können Bürger Anregungen zur Belebung des Stadtteils Sandheide liefern. Bürgerbeteiligung wird auch bei dem anstehenden Integrationskonzept groß geschrieben. Zwei Bürgerveranstaltungen fanden in der Vergangenheit bereits statt, um den Konzeptentwurf zu entwickeln. Noch immer leben rund 330 Menschen in Übergangsheimen. Ein für Schultz unzumutbarer Zustand. "Wir wollen auch diesen Menschen, die sich derzeit sanitäre Einrichtungen und Kochutensilien teilen müssen, zeitnah geeigneten Wohnraum zur Verfügung stellen." Dieser könnte beispielsweise im Neubaubereich Erkrath Nord zu finden sein. 20 Prozent geförderten Wohnraum sollen die vermutlich rund 100 Wohneinheiten beinhalten. Auch am Wimmersberg ist eine Wohnbebauung- allerdings durch einen privaten Investor- geplant. Dieser verriet in seiner Präsentation, die vor wenigen Tagen vor dem Planungsausschuss stattfand, dass über die Installierung sozialen Wohnraums ebenfalls nachgedacht wird.

Eine ebenfalls gute Nachricht gab es von Seiten der beiden Bürgerbüros. Diese haben bereits seit Juli dieses Jahres wieder zeitgleich geöffnet. Auf Grund personellen Notstandes waren die Büros in der Vergangenheit abwechselnd geöffnet. Personellen Zuwachs gab es auch im Bereich Gebäudereinigung. Die Verwaltung möchte mit der Neueinstellung nicht nur gesicherte Arbeitsplätze schaffen, sondern zeitgleich auf Fremdfirmen verzichten. "In diesem Zusammenhang können wir die Reinigungsarbeiten der städtischen Gebäude besser steuern und Beschwerden vorbeugen."

Versäumte Sanierungsarbeiten am Erkrather Straßennetz sind ebenfalls auf personellen Notstand zurück zu führen. Durch die Besetzung einer Stelle im Tiefbauamt soll diesem Zustand schnellstmöglich entgegengewirkt werden.

Ein Aufatmen kann es künftig auch bei Eltern mit Ü3 Kindern geben. Gleich drei neue Kindertageseinrichtungen (Sandheide, Karlstraße und Hüttenstraße) sind derzeit in Planung. "Noch immer hat in Erkrath nicht jedes Ü3 Kind einen Kindergartenplatz. Das bereitet mir persönlich große Sorge und dem müssen wir entgegenwirken", ist sich Schultz sicher.

Weitere Neubauprojekte sind am ehemaligen Sportplatz Gink sowie an der Neanderhöhe geplant. Ersteres soll der Wohnbebauung dienen. An der Neanderhöhe könnte wiederum ein 3,4 Hektar großes Gewerbegebiet an die bestehenden Gewerbeflächen angesiedelt werden. Ein Vorhaben, welches die Bürgerschaft derzeit spaltet. Die Naturschutzgemeinschaft Neandertal (NSG) äußerte sich in der Vergangenheit kritisch zu diesem Thema und überreichte erst kürzlich über 1600 Unterschriften gegen die Maßnahme an Schultz, der sich den Kritikpunkten auch auf der Dialogveranstaltung stellte.

"Die Neanderhöhe würde schätzungsweise eine Gewerbesteuermehreinnahme von rund zwei Millionen Euro für den Haushalt bedeuten", so Schultz erklärend. "Erkrath braucht dieses Geld. Anders kann ein solcher Betrag nicht kompensiert werden."

Weitere Anregungen gab es in Bezug auf den Stadtweiher. Ein Anwohner meldete sich mit den Ängsten zu Wort, dass dieser kurz vor dem Austrocknen stehe und gerüchteweise verkleinert werden soll. "Die Außenbereiche des Weihers sollen naturnah gestaltet werden. Dadurch kommt eine rund zehn prozentige Verkleinerung des Weihers zustande. Wir werden keine Teilbereiche zuschütten", verspricht Schultz. Zudem sei eine Kollegin eingestellt worden, die sich dem Projekt Stadtweihersanierung künftig annimmt. Die Entschlammung und Aufwertung ist für die kommenden beiden Jahre geplant. Um den Wasserzufluss zu gewährleisten, soll künftig Grundwasser eingeschleust werden.

Info: Weitere Dialoge mit Bürgermeister Christoph Schultz finden am 2. Oktober (Gemeindezentrum Unterfeldhaus) und am 9. Oktober (Stadthalle Alt-Erkrath) jeweils von 19 bis 21 Uhr statt.