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Für ein Taschengeld etwas Gutes tun

Für ein Taschengeld etwas Gutes tun
(v.li.) Wollen noch in diesem Jahr mit der Erkrather Taschengeldbörse starten: Timo Kremerius und Sabine Wagner vom Seniorenrat, Yannick van der Heide und Viktoria Weber vom Jugendrat sowie Bernhard Wiese von der Hildener Taschengeldbörse. FOTO: tb
Erkrath. In Kooperation mit dem Jugendrat entwirft der Seniorenrat unter Leitung von Timo Kremerius derzeit eine bisher in Erkrath noch nie dagewesene Einrichtung: Die Taschengeldbörse.

(tb) Was bereits in zahlreichen Städten als Erfolgsgeschichte verbucht werden konnte, soll zukünftig auch in der Neandertalstadt zu Verknüpfungen zwischen Senioren und Jugendlichen führen.

Der Grundgedanke ist recht simpel: Benötigt beispielsweise ein Rentner Hilfe bei der Gartenarbeit, könnte diese von einem engagierten Jugendlichen ausgeübt werden. Als Honorar fließt ein kleines Taschengeld. Um die Idee in die Tat umzusetzen, holten sich die Jugend- und Seniorenrat Unterstützung aus der direkten Nachbarschaft. Bernhard Wiese betreut die Taschengeldbörse in Hilden und liefert gerne Anregungen und Erklärungen zum Aufbau in Erkrath. "Die Taschengeldbörse wurde bei uns 2014 gegründet. Derzeit haben wir rund 160 Jugendliche und 250 Jobanbieter in unserer Kartei", so Wiese. Der Koordinator wird von der Stadt Hilden finanziert und nutzt Räumlichkeiten bei der zentralen Arbeiterwohlfahrt. "Ich bin zweimal in der Woche für je zwei Stunden im Büro. In der anderen Zeit läuft ein Anrufbeantworter." Wie sich die Taschengeldbörse in Erkrath umsetzen lässt, steht noch nicht final fest. "Es wäre auch für uns wichtig, wenn wir ein zentral gelegenes Büro nutzen könnten. Leider steht uns derzeit noch keines zur Verfügung", weiß Timo Kremerius.

Auch die rechtlichen Gegebenheiten müssen noch abgesteckt werden. "Bei uns muss jeder Jobber eine Haftpflichtversicherung vorweisen. Diese wird meist von den Eltern gestellt. Zudem empfehlen wir eine private Unfallversicherung. Diese ist wiederum keine Pflicht. Bei Jugendlichen, die jünger als 18 Jahre sind, benötigen wir die Einverständniserklärung der Eltern. Generell richtet sich das Angebot an 15- bis 20Jährige", erklärt Bernhard Wiese. Honoriert werden kann nach Ermessen, fünf Euro die Stunde sollten aber mindestens bezahlt werden. Zudem sieht die Taschengeldbörse vor, dass es sich bei den Hilfsarbeiten um Gelegenheitsjobs handelt. "Bei einer regelmäßigen Einstellung müsste wiederum eine Sozialversicherung erfolgen", sieht das Formblatt aus Hilden vor.

Neben Arbeiten im Haushalt, Garten oder bei der Unterstützung von Einkäufen würde sich Timo Kremerius zudem wünschen, dass die Kommunikation zwischen "Alt und Jung" weiter gefördert wird. "Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass sich ältere Menschen auch darüber freuen würden, wenn sie Gesellschaft erhielten. Dafür sind manche Menschen sicher bereit, ein kleines Taschengeld zu investieren." Noch befindet sich die Taschengeldbörse in Planungsstadium. Für die notwendige Werbung möchte der Jugendrat künftig in Schulen gehen und Jugendliche vor Ort ansprechen. "Zudem könnten junge Menschen über die Sozialen Medien angesprochen werden", ist sich Wiese sicher. Um auch die Jobanbieter zu erreichen, plant der Seniorenrat, einen Flyer erstellen. Vorlagen aus Hilden liegen bereits vor. "Uns gefällt der Gedanke, Jugendliche mit Senioren zusammen zu bringen und ein Großeltern- Enkel-Verhältnis entstehen zu lassen", so die Vertreter des Seniorenrates weiter.

Wenn die Taschengeldbörse in Erkrath anläuft, müssen sich sowohl Jobanbieter als auch Jobber einmalig bei der Koordinationsstelle vorstellen. In einem Gespräch werden nicht nur die rechtlichen Grundlagen besprochen, sondern auch Angebote und Fähigkeiten erfasst. "Abschließend sind wir nur noch als Vermittler tätig. Sollte sich ein geeigneter Jugendlicher für eine Stelle finden, geben wir die Kontaktdaten des Anbieters weiter und ein direkter Kontakt entsteht. Ab diesem Moment agieren beide Parteien privat miteinander und wir sind raus", so Bernhard Wiese abschließend. Ein tolles Projekt, das sicher auch in Erkrath Anklang finden wird.


Info:
Für die Koordinationsstelle der Taschengeldbörse sind die Initiatoren noch auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. Ein Büro, welches zweimal in der Woche für zwei Stunden zur Verfügung steht und im besten Fall zentral zwischen Hochdahl und Alt- Erkrath liegt, wäre ideal.