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Ein Exportschlager: Der Erkrather Bürgerbus

Ein Exportschlager: Der Erkrather Bürgerbus
Sein Fachwissen ist auch in der Nachbarstadt Mettmann gefragt. Rudi Birkenstock referierte im St. Elisabeth Haus über den Erkrather Bürgerbus. FOTO: RG
Erkrath. Unsere Nachbarn aus Mettmann wünschen sich einen Bürgerbus. Was liegt da näher, als die zu fragen, die seit Jahren erfolgreich eine Bürgerbuslinie betreiben?

(RG) Wenn es darum geht, wie man erfolgreich eine Bürgerbuslinie betreibt und was dafür im Vorfeld zu bedenken ist, ist Rudi Birkenstock, stellvertretender Vorsitzender des Bürgerbusverein Erkrath e. V., ein gefragter Mann. Er weiß, dass ein langer Atem notwendig ist, wenn man diesen Weg gehen möchte. Von der Vereinsgründung bis zur ersten Fahrt des Bürgerbusses in Erkrath sind immerhin vier Jahre ins Land gegangen. "Wir haben heute Pioniere aus der Nachbarschaft zu Gast", kündigt Stefan Wigge, Leiter des St. Elisabeth Haus, Rudi Birkenstock an und erklärt weiter "Wir dachten bei unseren Überlegungen zu einem Bürgerbus: Wenn die Erkrather das hinter dem Neandertal können, dann können wir das auch".

In Mettmann steht man noch ganz am Anfang. Mit einem Anteil von 25 Prozent über 60jährigen an der Gesamtbevölkerung macht ein Bürgerbus aus Sicht der Interessierten, die unter anderem aus dem Runden Tisch für Seniorenfragen, aus der Oberstadt Initiative, aus dem AWO Kreisverband, dem Seniorenrat und Bürgervereinen zusammensetzen, durchaus Sinn. Vor allem die Menschen in Ob- und Niederschwarzbach, einem entlegeneren Stadtteil, würden sich einen Bürgerbus wünschen. Aber auch innerstädtisch sieht man aufgrund der Topografie der Stadt einen möglichen Bedarf, um Senioren den Weg zum Wochenmarkt, Ärzten oder ins Einkaufzentrum zu ermöglichen, denn viele Straßen sind eng, für Rheinbahnbusse unpassierbar.

"Die Entfernung zwischen Obschwarzbach und der Innenstadt spricht eher gegen die Aufnahme in die Bürgerbusroute", muss Birkenstock die Euphorie der Mettmanner ein wenig bremsen. Er erklärt, warum der Erkrather Bürgerbus erfolgreich und rentabel ist, erläutert die Streckenlänge und die Fahrzeit pro Runde. Birkenstock berichtet auch, dass es 120 Bürgerbusvereine gibt, von denen aber nur 20 Prozent so erfolgreich sind, wie der Bürgerbusverein in Erkrath oder noch erfolgreicher.

Geduldig erklärt Rudi Birkenstock seinem Publikum, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit eine Bürgerbuslinie an den Start gehen kann und Erfolg hat. Er verrät den Mettmannern wie teuer ein Bürgerbus ist und wie viel Förderung möglich ist und beantwortet immer wieder Fragen aus dem Publikum. Ein Zuhörer möchte wissen, wie die Zusammenarbeit mit der Rheinbahn klappt. "Die Zusammenarbeit mit der Rheinbahn klappt sehr gut", antwortet er und ergänzt "Das war nicht von Anfang an so. Immerhin waren wir für die Rheinbahn das erste Bürgerbusprojekt. Aber wir haben gemeinsam hinzugelernt." Dass die Zusammenarbeit gut klappt, kann auch Tim Bäumken von der Rheinbahn bestätigen, der einige Fragen der Zuhörer beantwortet und sich als Ansprechpartner für Bürgerbusvereine vorstellt.

Mettmann steht ganz am Anfang und es ist den Nachbarn zu wünschen, dass sie einen langen Atem haben und das Vorhaben Bürgerbus auch dort gelingt. Das Fachwissen von Rudi Birkenstock trägt möglicher Weise dazu bei. In Erkrath dürfen wir uns derweil freuen, dass unser Bürgerbus ein Erfolgsmodell ist. Allerdings müssen dazu auch immer wieder neue ehrenamtliche Nachwuchsfahrer gefunden werden, damit genügend Fahrer zur Verfügung stehen.