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Die Aktiven waren wieder unterwegs

Die Aktiven waren wieder unterwegs
Kräuter und Erde statt Münzen und Scheine. Im Hospiz durften Bankangestellte ein bisschen Natur schnuppern. FOTO: RG
Erkrath. Im sechsten Jahr ist der Aktionstag längst zur schönen Tradition geworden, 

(RG) Am vergangen Freitag waren sie wieder unterwegs, die vielen Helfer, die am Aktionstag Projekte umsetzen, die es anders kaum geben würde. Erkennungszeichen: Das weiße T-Shirt mit dem Logo der starken Gemeinschaft. Bereits morgens um halb zehn lagen Helfer des Dachdeckermeisters Grau Hand an, um letzte Arbeiten am neuen Vordach der Caritas Begegnungsstätte auszuführen. Der Himmel versprach Regen. Gut für den Sinn des neuen Regendachs, schlecht für den Aktionstag. Auch Wido Weyer von Mentor war vor Ort, um nach dem Projektfortschritt zu schauen. Im Naturschutzzentrum Bruchhausen haben zur gleichen Stunde Helfer der Firma Reys Haustechnik schon fleißig an neuen Infotafeln gearbeitet. Im Franziskus Hospiz standen Kräuter und Erde für die neue Kräuterspirale parat und Angestellte der Deutschen Bank durften an diesem Tag ausnahmsweise einmal Pflanzen statt Geld zählen. Währenddessen waren einige Helfer mit einer Schar Grundschüler auf dem Weg zum Bus. Ihre Mission: Flaschenpost an die Zukunft. Zeitgleich haben Mitarbeiter der Firma Goebel in der Kita Roncalli zwei Hochbeete aufgestellt und mit Erde gefüllt, während Eltern und Kinder fleißig an der Gestaltung der Holztafeln arbeiteten, deren Farbe erst noch trocknen musste bevor sie an den Hochbeeten befestigt werden konnte.

So wie in diesen Projekten mag es am Freitagvormittag überall in Erkrath zugegangen sein. Wer draußen tätig war und die Arbeiten nicht schnell erledigt hatte, musste um kurz vor elf erst einmal eine Zwangsregenpause einlegen. Aber das hat die Laune nicht wirklich getrübt. Nach getaner Arbeit kamen abends alle noch einmal zusammen, um zu feiern. "300 Projekte haben wir in sechs Jahren umgesetzt", ließ Wido Weyer die Starke Gemeinschaft am Abend wissen. Er dankte der Erkrather Wirtschaftsförderung, dem Bürgermeister, den Schirmherren, Sponsoren und Unterstützern, dem gesamten Orga-Team und Laura Aktries, die mit viel Freude und Engagement Nadine Albuera vertreten hatte, die in diesem Jahr Mutter geworden ist. Unterm Zeltdach vor dem Kurhaus war kaum noch ein Platz frei und immer wieder winkte ein Besucher freudig einem anderen zu. Hier ist die Gemeinschaft spürbar. Das Gefühl, dass sie gemeinsam trägt. Als die Schirmherren dann von ihrer Projekt-Tour erzählten, wurde der erlebte Tag noch einmal lebendig. Bürgermeister Christoph Schultz verkündete "Im nächsten Jahr wird die Stadtverwaltung als Unternehmen teilnehmen". Bisher habe die Stadt mit ihren Einrichtungen vom Aktionstag profitiert, aber die Stadt sei ja auch Arbeitgeber, dessen Mitarbeiter auch die Gelegenheit erhalten sollten, sich an einem Tag im Jahr sozial zu engagieren und Teil der Gemeinschaft zu sein.

Wie bereits im vergangenen Jahr wurden drei Projekte prämiert, die in besonderer Weise den Geist des Aktionstags spiegeln. Über den dritten Preis und 200 Euro durfte sich die Ehrenamtsbörse freuen. Das Johanniterhaus freute sich mit seinem Projekt "Dürfen die datt" über 300 Euro und den zweiten Platz. Auf den ersten Platz, für den es 500 Euro gab, schaffte es der Freundeskreis für Flüchtlinge, der mit seinem Projekt "Begegnung durch interkulturelles Essen" mit Unterstützung der Landmetzgerei Hanten nicht nur das Essen für den Abend lieferte, sondern einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet hat. Entstanden ist dabei auch ein Kochbuch, das in der Buchhandlung Weber erhältlich ist.